| Meldungen aus dem Rems-Murr-Kreis / Verkehr 29.12.2009 Es scheint, als habe der Auenwalder Bauhof einen besonders guten Draht zum Wettergott. Denn kaum, dass die neue Feuchtsalzanlage fertig installiert wurde, fielen die ersten Schneeflocken vom Himmel. Jetzt kann sie gleich auf Herz und Nieren getestet werden.
Mit der neuen Technik sollen die Straßen noch schneller und dabei umweltschonender von Eis und Glätte befreit werden. Das herkömmliche Trocken-Streusalz wird dafür vor dem Ausbringen auf die Straße mit einer Salzwasserlösung direkt auf dem Streuteller angefeuchtet. Die Solemischung kommt direkt aus den blauen 600 bis 800 Liter Tanks, die seitlich an den Räumfahrzeugen angebracht sind. Das nötige ?Salz in die Suppe? bringt die Feuchtsalzanlage auf dem Bauhof: dort werden 2.500 Liter Wasser mit 500 Kilogramm Salz gemischt. Nach knapp einer Stunde Einwirkzeit ist die "Suppe" fertig und kann in die Tanks gepumpt werden..
Die neue Salz-Solemischung hat gleich mehrere Vorteile: Durch die Befeuchtung haftet das Streugut besser auf der Fahrbahn und wird nicht durch den Fahrtwind der Fahrzeuge weggeblasen. Denn bisher landete ein nicht unerheblicher Teil des Streuguts am Straßenrand.
Weil die Mischung besser auf der Fahrbahn haften bleibt, hat sie eine bessere und schnellere Anfangstauwirkung, das heißt der Auftauprozess wird beschleunigt. Letztendlich ist die Straße damit schneller vom Eis befreit. Und durch das gezielte Aufbringen der Salzmischung muss weniger Streugut verbraucht werden. Laut Hersteller können künftig sogar bis zu 30 Prozent Streusalz eingespart werden. Wird weniger Salz benötigt, erweitert sich der Aktionsradius der Räumfahrzeuge auch enorm. So können deutlich mehr Kilometer geräumt werden, bis der Tank wieder am Bauhof aufgefüllt werden muss.
"Das schont die Umwelt und auch die Gemeindekasse" bringt es Bürgermeister Karl Ostfalk auf den Punkt. Lag der Streusalzverbrauch in den vergangenen Jahren zwischen 85 und 225 Tonnen, rechnet man mit Einsparungen von 22 bis 55 Tonnen und gleichzeitig erhöhter Verkehrssicherheit. Die Umrüstung kostet zwar insgesamt rund 20.000 Euro für die Feuchtsalzanlage. Im Jahr können je nach Witterung dafür zwischen 2.000 und 4.000 Euro eingespart werden. Das waren auch die Gründe, warum der Gemeinderat von der neuen Technik überzeugt war und die Umrüstung auf Feuchtsalz befürwortete.
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