Gemeinde Auenwald

Seitenbereiche

Rathaus & Service

Aktuelles

Auszug aus der Ansprache von BM Karl Ostfalk an der Trauerfeier zum Gedenken an BM a. D. Peter E. Friedrich

Zum Heimgang von Bürgermeister a.D. Peter E. Friedrich

Am 9. Oktober ist Bürgermeister a. D. Peter E. Friedrich überraschend im Alter von 74 Jahren verstorben. Neben der Familie und Angehörige des Verstorbenen nahmen auch zahlreiche Weggefährte bei der Beerdigung am 16.10.2018 von dem ehemaligen Auenwalder Bürgermeister Abschied. In seiner Ansprache zum Gedenken an seinen Amtsvorgänger würdigte Bürgermeister Karl Ostfalk seine Verdienste auch im Namen der Einwohner, der Freiwilligen Feuerwehr, der heutigen und ehemaligen Gemeindemitarbeiter und stellvertretend für die aktiven und früheren Kollegen Bürgermeister und Oberbürgermeister aus dem Weissacher Tal, der Backnanger Bucht und weit darüber hinaus:

„Sehr geehrte Frau Friedrich,
Lieber Maximilian, liebe Kerstin,
verehrte Angehörige,
zuerst möchte ich Ihnen unser tief empfundenes Beileid aussprechen.
Sehr geehrte Trauergemeinde, wir nehmen heute Abschied von unserem ehemaligen Bürgermeister Peter E. Friedrich.
Vor einer Woche ist mein Amtsvorgänger Peter Friedrich nach langer und schwerer Krankheit, aber für uns alle doch sehr überraschend, für immer von uns gegangen.

Heute sind Sie alle hier in unserer Luther-Kirche zusammen gekommen, um ihrem Bürgermeisterkollegen, ihrem damaligen Vorsitzenden des Gemeinderats, ihrem früheren Chef der Gemeindeverwaltung, ihrem ehemaligen obersten Dienstherrn bei der Freiwilligen Feuerwehr und unserem Mitbürger die letzte Ehre zu erweisen.

Peter E. Friedrich wurde am 12. März 1989 mit überragender Mehrheit zum Bürgermeister der Gemeinde Auenwald gewählt und am 16. Mai 1989 offiziell verpflichtet. Anfang 1997 wurde Friedrich mit hoher Stimmenzahl in seinem Amt erneut bestätigt. Seine schwere Krankheit hat ihn davon abgehalten, sich für eine dritte Amtsperiode erneut zur Verfügung zu stellen.
In den 16 Jahren seiner Amtszeit als Bürgermeister hat sich der Verstorbene äußerst pflichtbewusst, mit großem Engagement und sehr erfolgreich für die Weiterentwicklung der Gemeinde Auenwald und die Belange der Einwohner eingesetzt. Viele Impulse und Weichenstellungen tragen seine unverkennbare Handschrift. Seine Ideen und sein Wirken haben dauerhaft Bestand so u.a. durch die Ortskernsanierung in Unterbrüden mit dem neuen Rathaus und der Ratsscheuer, mit der neuen Grundschule und Sporthalle in Oberbrüden, durch das zentrale Feuerwehrgerätehaus mit Bauhof in Unterbrüden und durch die Erschließung von Neubaugebieten in Lippoldsweiler, Ober- und Unterbrüden.

Auch in anderen Bereichen hat Herr Friedrich wesentlich dazu beigetragen, dass Auenwald so liebens- und lebenswert ist: Durch die Einführung des Kinderferienprogramm, des Jugendmusikpreises, des Weihnachtsmarkts, des Bürgerempfangs mit Sportlerehrung und der Kunstausstellung in der Ratsscheuer und vieles mehr.
Vermutlich die größte Herausforderung für Herrn Friedrich und ganz Auenwald war wohl die grandiose 750-Jahrfeier. Monate lange intensive Vorbereitung haben ein bisher nie dagewesenes und unvergessliches Fest für die Auenwalder und ihre Gäste gebracht.

Unser Ehrenbürger Heinz Klenk, weit über 40 Jahre erster Stellvertreter des Bürgermeisters und Gemeinderat, der heute leider krankheitsbedingt nur in Gedanken bei uns sein kann, hat es bei Friedrichs Verabschiedung 2005 auf den Punkt gebracht: „16 Jahre haben Sie als Bürgermeister den Weg der Gemeinde maßgeblich mitbestimmt. Sie werden als Wegweiser immer einen Platz in der Chronik der Gemeinde Auenwald haben.“
Peter Friedrich war auch Vorsitzender bzw. stellvertretender Vorsitzender in unseren Zweckverbänden Hochwasserschutz, Abwasserklärwerk und Bildungszentrum Weissacher Tal. Er hat sich in die Zweckverbände sehr engagiert eingebracht und diese mit nach vorne gebracht.
Auch die Gemeindepartnerschaft mit unserer französischen Partnergemeinde Beaurepaire darf nicht unerwähnt bleiben. Herr Friedrich war kurz nach dessen Gründung gemeinsam mit unserer Partnerschaftsvorsitzenden Ulrike Rückert der Wegbereiter für unsere lebendige Partnerschaft: Ihm und den vielen weiteren ehrenamtlichen Akteuren sowie den örtlichen Vereinen ist es zu verdanken, dass das 1987 geschlossene Bündnis mit Leben erfüllt wurde und dass mittlerweile eine tiefe Freundschaft zwischen den beiden Kommunen entstehen konnte.
Ich darf Ihnen den Gruß und die Beileidsbezeugung unserer Freunde aus Frankreich, die mir mein Amtskollege Phillippe Mignot übersandt hat, sinngemäß übersetzt übermitteln:
„Liebe Familie Friederich, Lieber Karl,
wir hören mit großer Trauer vom Tod Peter E. Friedrichs. Der Beaurepairer Gemeinderat und ich persönlich möchten Ihnen, ebenso wie der Familie Peter E. Friedrichs unser aufrichtiges Beileid ausdrücken. Leider können wir nicht bei seiner Bestattung am Dienstag dabei sein und wir möchten uns dafür entschuldigen.
Es ist immer sehr schwer, die richtigen Worte angesichts der Trauer zu finden.
Wir wollten Ihnen auf diesem Wege unser aufrichtiges Beileid ausdrücken und Sie unserer ganz tiefen Freundschaft angesichts dieses Trauerfalls versichern, welcher uns alle berührt
und uns viele gute Erinnerungen ins Gedächtnis ruft, die wir mit all unseren Freunden aus Auenwald verbracht haben, mit denen wir uns zusammengeschlossen haben, um Zeugnis abzulegen für ein Europa von Fortschritt, gegenseitigen Treffen und zukünftigen Entwürfen für eine bessere Welt.    
Herr Peter E. Friedrich hat zu diesen Fortschritten vieles beigetragen.
Möge die Erinnerung an ihn uns in unseren zukünftigen Entscheidungen leiten.

In meiner und unserer herzlichen Freundschaft
Philippe Mignot
Bürgermeister von Beaurepaire“

Verehrte Trauergemeinde,
Peter E. Friedrich war ein Bürgermeister „mit Ecken und Kanten“, der seine Ideen und Überzeugungen im Gemeinderat, in der Öffentlichkeit und gegenüber den Behörden immer selbstbewusst, offensiv und nicht selten auch streitbar vertrat.
Nicht zu Unrecht wies Heinz Klenk in seiner Rede für den scheidenden Bürgermeister Friedrich 2005 darauf hin, dass man sich nicht anstrengen brauchte, wenn man mit Friedrich Streit haben wollte. Gleichzeitig schätzte Klenk aber auch seine offene und geradlinige Art und seine Bereitschaft, zu fairen Kompromissen zum Wohle der Gemeinde.
Auenwald war für Friedrich eine Herzensangelegenheit. Und dies von Anfang an.
Und durch seinen Umzug gemeinsam mit seiner Ehefrau Helga und dem damals noch kleinen Sohn Maximilian von Backnang in den Neubau in die Wiesenstraße in Hohnweiler machte er endgültig Auenwald zu seinem Lebensmittelpunkt.
Er wurde mit Haut und Haaren Auenwalder und dies sollte auch bis zuletzt so bleiben.
Dabei war er sich - wie auch die vielen heute hier anwesenden amtierenden und ehemaligen Bürgermeister - über sein Wirken bewusst: Dass man handelt „mit der sicheren Gewissheit, nicht immer Dank und Anerkennung zu finden.“
Aber das hielt ihn nicht davon ab, die notwendigen Schritte zu gehen, die zum Wohle seiner Gemeinde notwendig waren, auch wenn es Widerstand von Einzelnen gab. Denn er tat es aus der inneren Überzeugung heraus, das Richtige für die Bürgerinnen und Bürger zu tun.
Leider stellte er sich, seine Familie und zuletzt auch seine Gesundheit oftmals viel zu weit hinter sein Amt zurück. Eine typische „Berufskrankheit“ eines engagierten und umtriebigen Vollblut-Bürgermeisters wie Peter Friedrich einer war.
Bedauerlicherweise war es ihm aufgrund seiner Krankheit letztendlich nicht mehr vergönnt, seinen verdienten Ruhestand uneingeschränkt genießen zu können.

In tiefer Trauer nehmen wir jetzt Abschied von Peter E. Friedrich. Sein Wirken in Auenwald aber wird Bestand haben, wir werden ihn in lebendiger und ehrender Erinnerung behalten.

Unser aller Mitgefühl gilt Ihnen, liebe Familie Friedrich.

Als Zeichen tief empfundener Anteilnahme und großer Dankbarkeit für sein herausragendes Wirken für unsere Gemeinde werden wir Ihn mit der Ehrenabordnung unserer Freiwilligen Feuerwehr auf seinem letzten Weg begleiten,
und ihm in Zukunft stets ein ehrendes Andenken bewahren.“

Ruhe in Frieden, lieber Bürgermeister a.D. Peter E. Friedrich.