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Aktuelles

Danke für fünf gemeinsame Jahre

Erstelldatum31.08.2026

Zum Ende meiner Amtszeit bedanke ich mich auch auf diesem Weg noch einmal ganz herzlich bei Ihnen allen. Ihr Kai-Uwe Ernst, Bürgermeister

Persönliche Erklärung

Bürgermeister Kai-Uwe Ernst scheidet zum 31. August 2026 aus dem Amt aus

Nach mehr als fünf Jahren an der Spitze der Gemeinde Auenwald werde ich mein Amt als Bürgermeister mit Ablauf des 31. August 2026 niederlegen.

Diese Entscheidung habe ich mir nicht leicht gemacht. Sie ist das Ergebnis einer Entwicklung über einen längeren Zeitraum und insbesondere einer Zusammenarbeit zwischen Bürgermeister und Gemeinderat, für die aus meiner Sicht inzwischen die notwendige gemeinsame Vertrauensbasis fehlt.

Meine Entscheidung richtet sich ausdrücklich nicht gegen Auenwald, meine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter oder die Aufgabe des Bürgermeisters. Ich habe dieses Amt gerne ausgeübt. Die Arbeit für unsere Gemeinde, die Führung der Verwaltung, der Kontakt mit den Bürgerinnen und Bürgern und insbesondere die Möglichkeit, gemeinsam Dinge zu gestalten und voranzubringen, haben mir viel bedeutet.

Nach reiflicher Überlegung bin ich jedoch zu dem Ergebnis gekommen, dass für mich der Zeitpunkt gekommen ist, meine Amtszeit vorzeitig zu beenden und mich beruflich neu zu orientieren.

Warum ich gehe

Demokratie lebt von unterschiedlichen Auffassungen. Dass Bürgermeister und Gemeinderat über Sachfragen streiten, gehört zur Kommunalpolitik. 

Ein Bürgermeister kann und darf nicht erwarten, dass der Gemeinderat seinen Vorschlägen immer folgt. Politische Kritik, auch deutliche, muss ein Bürgermeister aushalten.

Entscheidend ist für mich aber, dass trotz unterschiedlicher Positionen gegenseitiger Respekt, Verlässlichkeit und eine Grundlage für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit erhalten bleiben.

Diese Grundlage sehe ich in Auenwald inzwischen nicht mehr.

Zu einer zunehmend schwierigen Zusammenarbeit gehörte für mich auch der Umgang mit langfristigen Entscheidungen und Projekten. 

Kommunale Großprojekte benötigen häufig viele Jahre von der ersten Grundsatzentscheidung über Planung, Förderanträge und Genehmigungen bis zur tatsächlichen Umsetzung. Gerade deshalb brauchen solche Entscheidungen ein gewisses Maß an Verlässlichkeit.

Wiederholt habe ich erlebt, dass grundlegende Entscheidungen zunächst getroffen und Planungen auf dieser Grundlage über Jahre vorangetrieben wurden, um dann zu einem Zeitpunkt, an dem bereits erheblicher Planungsaufwand betrieben, finanzielle Mittel eingesetzt und teilweise Förder- oder Genehmigungsverfahren durchlaufen worden waren, erneut grundsätzlich infrage gestellt zu werden. Vorstellungen darüber, was man eigentlich wolle oder wie etwas umgesetzt werden solle, wurden teilweise erst in einer Phase formuliert, in der wesentliche Weichen längst gestellt waren.

Selbstverständlich hat ein Gemeinderat das Recht und auch die Pflicht, Projekte kritisch zu hinterfragen. Auch frühere Entscheidungen müssen korrigiert werden können, wenn sich Rahmenbedingungen oder Erkenntnisse ändern. Nachhaltige kommunale Entwicklung benötigt aus meiner Sicht aber ebenso die Bereitschaft, getroffene Grundsatzentscheidungen mitzutragen und sich mit deren Konsequenzen rechtzeitig auseinanderzusetzen. Andernfalls entstehen unnötige Verzögerungen, zusätzliche Kosten und erhebliche Belastungen für die Verwaltung.

Dabei will ich ausdrücklich nicht den Eindruck erwecken, in den vergangenen fünf Jahren selbst alles richtig gemacht zu haben. Natürlich habe auch ich Fehler gemacht und Entscheidungen getroffen, die ich im Nachhinein anders treffen würde. Mein Anspruch war jedoch immer, für sachliche Kritik offen zu sein, mein eigenes Handeln zu hinterfragen und aus Fehlern zu lernen.

Eine konstruktive Fehlerkultur setzt für mich auf beiden Seiten voraus, Verantwortung für getroffene Entscheidungen zu übernehmen und Kritik zu einem Zeitpunkt einzubringen, zu dem tatsächlich noch Gestaltungsspielraum besteht.

Die Schwierigkeiten in der Zusammenarbeit beschränkten sich mit der Zeit jedoch nicht mehr allein auf solche fachlichen und politischen Differenzen. Zunehmend verlagerte sich die Auseinandersetzung aus meiner Sicht auch auf eine persönliche Ebene.

Bereits im Kommunalwahlkampf 2024 wurde meine Person unmittelbar zum Gegenstand der politischen Auseinandersetzung. Besonders sichtbar wurde dies durch die Plakatkampagne der BWA mit dem Slogan „Die Lage ist ERNST“.

Auch danach setzte sich diese Entwicklung fort. Meine Ankunfts- und Fahrzeiten wurden beobachtet, dokumentiert und untereinander ausgetauscht. Mitarbeiter der Gemeindeverwaltung wurden kontaktiert und beispielsweise dazu befragt, warum sich mein Dienstwagen zu einem bestimmten Zeitpunkt noch an meinem Wohnort befand.

Ich musste damit erleben, dass nicht mehr nur politische Entscheidungen und meine Amtsführung kritisch begleitet wurden, sondern zunehmend auch mein persönliches Verhalten und meine Bewegungen zum Gegenstand der Beobachtung wurden.

Hinzu kamen persönliche Angriffe und Verunglimpfungen. Schließlich wurde auch ein mit künstlicher Intelligenz erstelltes Lied veröffentlicht, welches sich gegen meine Person richtet und dessen Ursprung mutmaßlich aus dem Kreis des Gemeinderats stammt.

Für mich ist hier eine Grenze erreicht. Kritik an meiner Arbeit, meinen Entscheidungen und auch an meiner Person als Amtsträger gehört zu einem öffentlichen Amt. Wenn aber persönliche Beobachtung und gezielte Herabsetzung an die Stelle der sachlichen politischen Auseinandersetzung treten, hat das für mich mit einer konstruktiven Zusammenarbeit nichts mehr zu tun.

Trotz dieser Entwicklung habe ich über einen langen Zeitraum versucht, die Zusammenarbeit wieder auf eine tragfähige Grundlage zu stellen.

Im November 2024 haben wir uns im Rahmen einer extern moderierten Klausurtagung intensiv mit der Zusammenarbeit zwischen Gemeinderat und Verwaltung beschäftigt. Dabei wurden gemeinsam Regeln für Kommunikation, gegenseitigen Respekt und den künftigen Umgang miteinander vereinbart.

Nachdem sich die Situation dennoch weiter verschärfte, wurde mit Unterstützung des Landratsamts ein weiterer professioneller Vermittlungsversuch unternommen. Im Ergebnis wurde eine weitergehende professionelle Schlichtung empfohlen.

Ich habe mich ausdrücklich bereit erklärt, diesen Weg zu gehen. Der Gemeinderat entschied sich jedoch dagegen, die hierfür erforderlichen Mittel bereitzustellen.

Parallel dazu wurden meine Entscheidungsbefugnisse als Bürgermeister erheblich reduziert. Die Wertgrenzen für Entscheidungen des Bürgermeisters wurden deutlich herabgesetzt und Personalentscheidungen in wesentlich größerem Umfang dem Gemeinderat vorbehalten.

Auch die Ablehnung des Haushalts 2026 hat schließlich gezeigt, dass der Konflikt längst zentrale Fragen der Handlungsfähigkeit der Gemeinde erreicht hatte.

Ich habe dennoch nicht beim ersten, zweiten oder dritten Konflikt aufgegeben.

Wenn aber über einen langen Zeitraum unterschiedliche Versuche unternommen wurden, eine Zusammenarbeit wieder auf eine tragfähige Grundlage zu stellen, muss man sich irgendwann eingestehen, wenn das hierfür notwendige Vertrauen nicht wiederhergestellt werden kann.

Vor der Julisitzung 2026 habe ich deshalb im Rahmen des Ältestenrats den Gemeinderat und insbesondere die Fraktionen ausdrücklich gebeten, sich mit zwei Fragen auseinanderzusetzen: Welche konkreten Vorstellungen gibt es für eine tragfähige Zusammenarbeit in den verbleibenden rund drei Jahren meiner Amtszeit? Und wenn eine solche gemeinsame Perspektive nicht mehr besteht: Wie könnte eine geordnete Trennung aussehen?

Die anschließende Diskussion hat mir gezeigt, dass es innerhalb des Gemeinderats und teilweise selbst innerhalb einzelner Fraktionen keine gemeinsame Einschätzung darüber gibt, ob eine tragfähige Zusammenarbeit für die verbleibenden Jahre überhaupt noch möglich ist.

Damit war für mich der Punkt erreicht, an dem ich nicht mehr davon überzeugt bin, dass weitere Vermittlungsversuche die grundlegende Situation noch verändern können.

Daraufhin wurde gemeinsam vereinbart, unter Einbeziehung des Landrats und der Kommunalaufsicht über einen möglichen geordneten Weg der Trennung zu sprechen.

Mein ursprünglicher Ansatz war dabei ausdrücklich kein kurzfristiges Ausscheiden. Ich war bereit, mein Amt zunächst noch bis Ende Oktober weiterzuführen und damit eine mehrmonatige geordnete Übergangsphase zu ermöglichen. Darüber hinaus bestand meinerseits die Bereitschaft, die Gemeinde für einen begrenzten Zeitraum bei der Übergabe laufender Themen weiter zu unterstützen.

Über die rechtlichen, organisatorischen und finanziellen Rahmenbedingungen einer solchen Lösung sollte gemeinsam mit Gemeinderat, Landrat und Kommunalaufsicht gesprochen werden.

Noch bevor dieses Gespräch stattfinden konnte und bevor mein konkreter Vorschlag überhaupt bekannt war, wurde mir jedoch schriftlich mitgeteilt, dass seitens des Gemeinderats für eine entsprechende freiwillige beziehungsweise vertragliche Lösung kein Spielraum gesehen wird. Dieses Schreiben wurde von zwölf Mitgliedern des Gemeinderats unterzeichnet und war für mich deshalb als klare Positionierung eines erheblichen Teils des Gremiums zu verstehen.

Diese Position respektiere ich.

Damit ist allerdings auch die Grundlage für die von mir ursprünglich angedachte verlängerte Übergangsphase entfallen.

Ich habe daraus meine Konsequenzen gezogen und entschieden, mein Amt bereits mit Ablauf des 31. August niederzulegen und mich beruflich neu zu orientieren. 

Nachdem die grundsätzliche Entscheidung für ein vorzeitiges Ausscheiden getroffen ist und die ursprünglich angedachte verlängerte Übergangslösung nicht zustande kommt, halte ich es für konsequent, diesen Schritt nun auch zeitnah zu vollziehen. Eine Zusammenarbeit lediglich um einige Wochen zu verlängern, obwohl aus meiner Sicht keine tragfähige gemeinsame Perspektive mehr besteht, halte ich nicht für sinnvoll.

Ich bedauere insbesondere mit Blick auf meine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und die zahlreichen laufenden Projekte, dass damit nur eine sehr kurze Zeit für die Übergabe verbleibt. Bis zu meinem letzten Amtstag werde ich selbstverständlich alles tun, was innerhalb dieser Zeit möglich ist, um laufende Vorgänge möglichst geordnet zu übergeben.

Fünf Jahre Auenwald – ein Blick zurück

Die vergangenen Monate sollen aber nicht darüber hinwegtäuschen, was wir in den vergangenen fünf Jahren gemeinsam für Auenwald erreicht und auf den Weg gebracht haben. 

Als ich im Mai 2021 mein Amt antrat, befand sich die Gemeinde mitten in der Coronapandemie. Gleichzeitig standen wir vor erheblichen strukturellen Herausforderungen. Insbesondere bei der kommunalen Infrastruktur hatte sich über viele Jahre ein erheblicher Sanierungs- und Investitionsbedarf aufgebaut. 

Meine ersten Monate im Amt waren deshalb nicht nur vom Aufbau neuer Strukturen, sondern zunächst auch ganz wesentlich vom kommunalen Krisenmanagement geprägt.

Für mich war deshalb von Beginn an klar: Bevor wir diesen Sanierungsstau ernsthaft angehen können, müssen wir zunächst innerhalb der Verwaltung die notwendigen Strukturen schaffen.

Eine meiner ersten grundlegenden Entscheidungen war deshalb die Neuaufstellung unseres Bauamts. Nachdem es über Jahre kein dauerhaft funktionierendes eigenständiges Bauamt mehr gegeben hatte, wurde das Bauamt wieder als eigenständiges Amt aufgebaut und personell verstärkt. Anfang 2022 war es erstmals seit mehr als fünf Jahren wieder vollständig besetzt.

Damit wurde eine wesentliche Voraussetzung geschaffen, um zahlreiche Projekte, die Auenwald teilweise bereits seit Jahren beschäftigten, systematisch anzugehen und neue Projekte überhaupt bewältigen zu können.

In den folgenden Jahren konnten zahlreiche Maßnahmen umgesetzt, begonnen oder entscheidend vorangebracht werden.

Mit der Erweiterung des Kindergartens Hohnweiler wurde nach einer langen Vorgeschichte ein wichtiges Projekt für die Kinderbetreuung realisiert und zusätzliche Betreuungskapazität geschaffen.

Auch in unsere kommunale Infrastruktur wurde erheblich investiert. 

Straßen, Kanäle und Brücken wurden erneuert oder entsprechende Maßnahmen vorbereitet. Die Waldstraße in Däfern einschließlich der neuen Brücke und umfangreicher Hochwasserschutzmaßnahmen konnte fertiggestellt werden.

Mit der derzeit entstehenden neuen Bauhofhalle investieren wir zugleich in die Arbeitsbedingungen und die langfristige Leistungsfähigkeit unseres gemeindlichen Bauhofs.

Eines der größten und für die Zukunft Auenwalds wichtigsten Infrastrukturprojekte meiner Amtszeit war und ist die Neuaufstellung unserer Wasserversorgung.

Für mich war früh klar, dass es nicht ausreichen kann, immer wieder nur einzelne Schäden zu reparieren. Unsere Wasserversorgung musste grundsätzlich betrachtet und langfristig zukunftsfähig aufgestellt werden.

Mit entsprechendem Nachdruck haben wir deshalb den Masterplan Wasserversorgung und insbesondere die hierfür notwendige Förderung vorangetrieben.

Es ist gelungen, die erforderliche Förderung zu erhalten und damit überhaupt erst die finanzielle Grundlage für dieses enorme Infrastrukturprojekt zu schaffen.

Seit 2023 befindet sich der Masterplan in der Umsetzung. Leitungsnetze, technische Anlagen und Versorgungsstrukturen werden schrittweise erneuert und weiterentwickelt.

Dieses Projekt ist nicht abgeschlossen. Es wird Auenwald aufgrund seines Umfangs noch viele Jahre über meine Amtszeit hinaus begleiten.

Entscheidend ist für mich aber: Ein Problem, das die Gemeinde langfristig lösen muss, wurde nicht weiter aufgeschoben. Die Grundlagen wurden geschaffen, die Förderung wurde erreicht und die Umsetzung läuft.

Ähnliches gilt für die Ortskernsanierung Oberbrüden.

Auch dieses Projekt hat eine lange Vorgeschichte. Nach vielen Jahren der Planung und Vorbereitung ist es gelungen, das Vorhaben bis in die tatsächliche Umsetzung zu führen. Im Mai 2026 konnte schließlich der Spatenstich erfolgen.

Mit der Ortskernsanierung wird nicht nur technische Infrastruktur erneuert. Es geht darum, Oberbrüden langfristig städtebaulich weiterzuentwickeln und eine attraktive neue Ortsmitte zu schaffen.

Ein besonders schmerzliches Thema der vergangenen Jahre war die Auenwaldhalle.

Ich kann sehr gut verstehen, wie sehr die notwendige Schließung der Halle viele Menschen in unserer Gemeinde getroffen hat. Auch bei mir schlagen dabei zwei Herzen in der Brust. Mit der Auenwaldhalle verbinden Generationen von Auenwaldern, und auch ich persönlich, viele schöne Erinnerungen. Über Jahrzehnte war sie Veranstaltungsort, Treffpunkt und ein Stück weit das gesellschaftliche Zentrum unserer Gemeinde. Sie war für viele das „Herzstück“ Auenwalds.

Gleichzeitig hat sich gerade an der Auenwaldhalle besonders deutlich gezeigt, welche Folgen ein über viele Jahre entstandener Sanierungsstau haben kann. Wenn notwendige Investitionen über einen langen Zeitraum immer wieder zurückgestellt werden, holt einen dies irgendwann ein. Bei der Auenwaldhalle waren die festgestellten baulichen Mängel schließlich so gravierend, dass eine weitere Nutzung nicht mehr verantwortet werden konnte.

Die Entscheidung zur Schließung war deshalb weder leicht noch populär. Aber als Bürgermeister trägt man auch die Verantwortung, unangenehme Entscheidungen zu treffen, wenn die Sicherheit der Nutzerinnen und Nutzer dies erfordert. Das Wissen um die Bedeutung und die vielen Erinnerungen, die mit der Halle verbunden sind, darf nicht dazu führen, notwendige Konsequenzen aus ihrem baulichen Zustand zu verdrängen.

Umso wichtiger war mir, nach der Schließung nicht bei der Feststellung stehen zu bleiben, dass Auenwald nun eine zentrale Veranstaltungsmöglichkeit fehlt.

Neben den bereits geschaffenen Ersatzmöglichkeiten habe ich deshalb noch vor meinem Ausscheiden einen Prozess angestoßen, um die Sporthalle in Oberbrüden künftig auch als Veranstaltungshalle nutzen zu können. Die dafür notwendigen rechtlichen, baulichen und organisatorischen Voraussetzungen werden derzeit geprüft und geschaffen.

Damit ist dieser Weg noch nicht abgeschlossen. Aber es gibt eine konkrete Perspektive, zumindest einen Teil der durch die Schließung entstandenen Lücke wieder zu schließen. 

Mir war wichtig, auch für dieses schwierige Thema noch eine konkrete Perspektive auf den Weg zu bringen. Wie es mit der Auenwaldhalle selbst langfristig weitergeht, ist dagegen eine Entscheidung, die der Gemeinderat gemeinsam mit meiner Nachfolgerin oder meinem Nachfolger treffen muss.

Auch an anderer Stelle wurden wichtige Weichen für die weitere Entwicklung Auenwalds gestellt. Dazu gehört insbesondere die langfristige Sicherung unserer örtlichen Nahversorgung mit der geplanten Verlagerung des Lebensmittelmarkts. Auch hier ist das Verfahren auf dem Weg gebracht.

Ein weiterer Schwerpunkt meiner Amtszeit war die Digitalisierung.

Verwaltungsabläufe wurden zunehmend digitalisiert, digitale Rechnungs- und Dokumentenprozesse weiterentwickelt und technische Strukturen modernisiert. Ziel war eine Verwaltung, die ihre Aufgaben zunehmend digital, effizient und prozessorientiert erledigen kann.

Digitalisierung darf in einer Flächengemeinde wie Auenwald aber nicht an der Rathaustür enden.

Deshalb wurde auch der Breitbandausbau konsequent vorangetrieben. Gerade unsere kleineren Teilorte, Weiler und Aussiedlerhöfe dürfen bei der digitalen Infrastruktur nicht abgehängt werden.

Durch die konsequente Nutzung umfangreicher Förderprogramme konnten bislang unterversorgte Bereiche mit Glasfaser erschlossen und damit Voraussetzungen geschaffen werden, von denen Bürgerinnen und Bürger sowie Unternehmen langfristig profitieren. Auch hier ist die Entwicklung noch nicht abgeschlossen. Die weiteren Förderverfahren und den nächsten Ausbauabschnitt hätte ich gerne noch selbst begleitet.

Auch unsere Schulen wurden in den vergangenen Jahren bei ihrer digitalen Ausstattung weiterentwickelt.

Neben diesen sichtbaren Projekten haben wir bewusst auch in Bereiche investiert, deren Bedeutung im Alltag häufig weniger wahrgenommen wird, die für die kommunale Daseinsvorsorge aber elementar sind.

Dazu gehören neben der Wasserversorgung und dem Hochwasserschutz insbesondere der Krisen- und Katastrophenschutz.

Die Warninfrastruktur unserer Gemeinde wurde neu aufgebaut. Vier neue elektronische Dachsirenen konnten 2026 installiert werden. Zwei mobile Sirenen stehen zusätzlich zur Verfügung und für fünf weitere Mastsirenen wurden Fördermittel beantragt.

Die Erfahrungen der vergangenen Jahre haben gezeigt, dass eine Kommune auch auf Situationen vorbereitet sein muss, von denen wir alle hoffen, dass sie niemals eintreten.

Neben all diesen Projekten war mir auch wichtig, die gemeinsame Identität Auenwalds zu stärken. Dafür steht auch das in meiner Amtszeit entstandene neue Erscheinungsbild der Gemeinde mit dem Motto „vielfalt. zammahalt. Auenwald“ – ein Motto, das die Vielfalt unserer Teilorte und zugleich den Zusammenhalt als eine Gemeinde zum Ausdruck bringen soll.

Nicht alles, was wir in den vergangenen fünf Jahren begonnen haben, ist heute abgeschlossen. Einige der größten Vorhaben befinden sich gerade mitten in der Umsetzung und werden Auenwald noch viele Jahre begleiten.

Das empfinde ich nicht als Makel.

Große kommunale Infrastrukturprojekte entstehen nicht innerhalb weniger Monate. Sie müssen konzipiert, geplant, finanziert, gefördert, beschlossen, ausgeschrieben und schließlich umgesetzt werden.

Entscheidend ist deshalb für mich, was sich gegenüber 2021 verändert hat:

Strukturen wurden geschaffen. Fördermittel wurden eingeworben. Planungen wurden vorangebracht. Projekte, über die teilweise seit vielen Jahren gesprochen wurde, befinden sich heute tatsächlich in der Umsetzung.

Darauf bin ich stolz.

Mein Dank zum Abschied

All diese Erfolge sind selbstverständlich nicht die Leistung eines Bürgermeisters allein.

Mein besonderer Dank gilt deshalb meinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in der Verwaltung, im Bauhof und in unseren Einrichtungen.

Ohne ihre tägliche Arbeit, ihr Fachwissen, ihre Ideen und häufig auch ihre Bereitschaft, weit über das Selbstverständliche hinauszugehen, wäre vieles von dem, was wir in den vergangenen fünf Jahren erreicht haben, nicht möglich gewesen.

Der Abschied von meinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ist für mich der mit Abstand schwerste Teil dieser Entscheidung.

Ich danke den Bürgerinnen und Bürgern für das Vertrauen, das mir 2021 entgegengebracht wurde, und für die unzähligen persönlichen Begegnungen und Gespräche während meiner Amtszeit.

Ich danke unseren Vereinen, unserer Blaulichtfamilie - insbesondere unserer Freiwilligen Feuerwehr Auenwald, dem DRK Ortsverband Weissacher Tal, dem Polizeiposten Weissach -, unseren Kirchen und Organisationen sowie den vielen ehrenamtlich engagierten Menschen. Sie alle tragen entscheidend dazu bei, dass Auenwald mehr ist als eine Verwaltungseinheit und unsere Gemeinde von Gemeinschaft und Zusammenhalt geprägt wird.

Auch den Mitgliedern des Gemeinderats, mit denen über die Jahre trotz unterschiedlicher Auffassungen eine sachliche, respektvolle und konstruktive Zusammenarbeit möglich war, gilt mein Dank.

Ich gehe nicht im Groll auf Auenwald.

Ich gehe mit vielen positiven Erinnerungen und mit Dankbarkeit für das Vertrauen, das mir entgegengebracht wurde und für die Möglichkeit, diese Gemeinde mehr als fünf Jahre als Bürgermeister führen und mitgestalten zu dürfen.

Nicht alles, was wir begonnen haben, ist abgeschlossen. Einige der größten Projekte werden Auenwald noch über viele Jahre begleiten.

Aber ihre Grundlagen sind geschaffen. Fördermittel wurden eingeworben. Planungen wurden vorangebracht. Und Projekte, die teilweise jahrelang diskutiert wurden, befinden sich heute in der Umsetzung.

Ich bin überzeugt, dass wir Auenwald in diesen fünf Jahren ein gutes Stück vorangebracht haben.

Darauf bin ich stolz und zugleich dankbar für das, was wir gemeinsam erreichen konnten.

Ich wünsche unserer Gemeinde, ihren Bürgerinnen und Bürgern und ganz besonders meinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für die Zukunft von Herzen alles Gute.

Kai-Uwe Ernst

Bürgermeister

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